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Verbietet Gott Bluttransfusionen?

 

Um diese Frage zu erörtern, möchte ich zunächst kurz darlegen, wie die Zeugen Jehovas ihre ablehnende Haltung gegenüber Bluttransfusionen begründen: Sie sagen, Gott habe dem Menschen den Genuss von Blut schon immer verboten. Bereits nach der Sintflut habe er die Menschen angewiesen, das Blut eines geschlachteten Tieres zur Erde auszugießen. Unter dem Mosaischen Gesetz war der Blutverzehr weiterhin verboten. Und auch im Neuen Testament findet sich der Hinweis an die Christen, sich des Blutes zu enthalten.

 

Die Bibel behandelt in diesen drei Fällen tatsächlich den VERZEHR von Blut. Zeugen Jehovas sind der Meinung, dass dies auch Bluttransfusionen einschließe, da es keinen Unterschied mache, ob man das Blut über den Mund oder direkt über die Venen in den Körper gelangen lasse. Sie argumentieren, dass der Rat des Arztes, sich z.B. des Alkohols zu enthalten nicht nur das Trinken von Alkohol, sondern ebenso die intravenöse Zufuhr von Alkohol einschließen würde.

 

Als Denkanstoß möchte ich gerne zunächst auf einen Unterschied zwischen Verzehr von Blut und Bluttransfusionen hinweisen: Das biblische Gebot, kein Blut zu essen bezieht sich auf den Genuss von Blut aus einem GETÖTETEN Tier. Gott ist der Urheber des Lebens und er verlangte daher, dass das Blut eines geschlachteten Tieres gewissermaßen an ihn zurückgegeben wurde. Bei einer Bluttransfusion handelt es sich dagegen um das Blut eines LEBENDEN Menschen, das dieser seinem Mitmenschen zur Verfügung stellt um ihm sein Leben zu retten. Das ist ein großer Unterschied! Interessanterweise bezogen Orthodoxe Jugen das Blutverbot niemals auf den Erhalt einer Bluttransfusion, obwohl sie streng darauf achten nur ausgeblutetes Fleisch zu verzehren!

 

Doch selbst wenn man diesen wesentlichen Unterschied außer Acht ließe, wäre dann das biblische Gebot bezüglich des Blutes noch gültig? Die Zeugen Jehovas beziehen sich vor allem auf Apg. 15,28,29: "Denn es hat dem Heiligen Geist und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen als diese notwendigen StüAlles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, esst, ohne es um des Gewissens willen zu untersuchen." (1.Kor. 10,25) Wenn Fleisch nicht untersucht werden musste, so konnte es durchaus sein, dass es nicht nach der jüdischen Vorschrift geschlachtet und ausgeblutet worden war. Dies spielte für die Christen keine Rolle mehr.

 

Die Wachtturm-Gesellschaft erhebt die Blutfrage dagegen zu einem Thema, bei dem es um ewiges Leben oder ewige Vernichtung gehe. Was geschah im Alten Testament, wenn jemand unausgeblutetet Fleisch aß? Die Wachtturmgesellschaft zitiert gerne 3.Mose 17,12-14 als Belegstelle für Gottes Verbot. Sie zitiert nicht umsonst nur bis dorthin, denn der nachfolgende Vers würde die Wachtturmlehre vom Verlust des ewigen Lebens in sich zusammenfallen lassen: " Jeder, der ein Aas oder Zerrissenes isst, er sei Einheimischer oder Fremder, der soll seine Kleider waschen und sich im Wasser baden, und er wird bis zum Abend unrein sein, dann wird er rein sein. Und wenn er sie nicht wäscht und sein Fleisch nicht badet, so wird er seine Schuld tragen." (Vers 15-16).
Wer also doch nicht ausgeblutetes Fleisch aß, der musste sich lediglich einer rituellen Waschung unterziehen, das war Gottes Forderung!

 

In Markus 2: 23-27 kann man die Worte Jesu nachlesen, ob denn die mosaischen Gesetze für Christen noch gültig seien:

"An einem Sabbat ging er durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat." Dieser Grundsatz findet sicher auch Anwendung auf die Blutfrage.

 

Die Wachtturmgesellschaft flößt ihren Mitgliedern jedoch Todesangst ein. Sie weiß ganz genau, daß sie diese Lehre nicht fallen lassen kann, denn sie hat eine Vielzahl von Menschenleben auf dem Gewissen. Wider besseres Wissen behält sie die Lehre bei, um das Gesicht zu wahren und weil sie weiß, dass sonst eine Unzahl von Menschen ihre Organisation verlassen würden. Eltern haben ihre Kinder und Ehegatten den Partner sterben lassen, in dem Glauben, Gottes Gebot zu gehorchen. Das ist eine Blutschuld, die die Gesellschaft vor Gott verantworten muss.

Es ist nicht Gott, der das Verbot einer Transfusion ausspricht, sondern die Wachtturmgesellschaft fordert ihre Opfer!

GEHT ABER HIN UND LERNT; WAS DAS IST: ICH WILL BARMHERZIGKEIT UND NICHT SCHLACHTOPFER (Mt. 9.13)

 

Einen Teil der Argumentation habe ich übernommen von www.bibelbund.de

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