Starb Jesus am Kreuz oder am Marterpfahl?
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Die Zeugen Jehovas vertreten die Meinung, daß Jesus nicht am Kreuz, sondern an einem Marterpfahl gestorben ist.
In ihren Publikationen wird Jesus stets an einem Pfahl hängend, mit übereinander liegenden Händen, durch die ein Nagel geschlagen ist, dargestellt.
Das Kreuz sei nach Meinung der Zeugen ein heidnisches Symbol.
Bis in die frühen 1930er Jahre wurde in den Publikationen der Wachtturm - Gesellschaft das Kreuz dargestellt, die damaligen Bibelforscher trugen sogar ein „Kreuz und Krone“ - Abzeichen.
Warum verschwand dieses Hauptsymbol der Christen bei den Zeugen Jehovas?
Die Zeugen Jehovas führen an, daß das griechische Wort „staurós“, das gewöhnlich mit „Kreuz“ übersetzt wird in Wirklichkeit nur einen aufrecht stehenden Stamm und kein Kreuz bedeute. Das werde dadurch bestätigt, daß „xylon“, ein anderes Wort, das im Neuen Testament für „Kreuz“ steht, einfach nur „Holz“ oder „Holzbalken“ bedeute.
Daß zur Zeit Jesu aber die Kreuzigung die übliche Hinrichtungsform war, ist historisch gut belegt.
Im Theologischen Wörterbuch zum Neuen Testament wird zu „staurós“ ausgeführt:
„Der staurós ist ein Marterwerkzeug, um schwere Verbrechen zu sühnen...Es lassen sich drei Grundformen in der Gestalt des Kreuzes erkennen. Das Kreuz war entweder ein senkrechter, oben zugespitzter Pfahl (skólops), oder es bestand aus einem senkrechten Balken und einem oben aufliegenden Querbalken (Form des T, Crux commissa) oder auch aus zwei sich schneidenden Balken von gleicher Länge (crux immissa) Die Kreuzigung vollzog sich so, daß der Verurteilte, der das patibulum (Querholz) zur Hinrichtungsstätte getragen hatte - der Kreuzespfahl war gewöhnlich bereits fest eingerammt - am Boden mit ausgestreckten Armen an das Querholz mit Stricken festgebunden oder mit Nägeln angenagelt wurde. Darauf wurde das Querholz mit dem Körper hochgezogen und an dem senkrecht in der Erde stehenden Pfahl befestigt...Das Kreuz Jesu, das die Römer zum Vollzug der Todesstrafe errichteten, war wie jedes andere Kreuz ein mit einem Querbalken versehener senkrechter Pfahl.“
Die Zeugen Jehovas schreiben hingegen: “Wie im Falle Jesu war es bei den Römern Brauch, die Hände (und wahrscheinlich auch die Füße) des Angeklagten an einen Stamm zu nageln.“ (Hilfe z. Verständnis d. Bibel, S. 1157) Durch eine Abbildung wird zum Ausdruck gebracht, wie die Wachtturm-Gesellschaft sich diese Annagelung vorstellt: Je ein Nagel wurde durch die Hände und Füße getrieben.
Nun gibt es aber eine Bibelstelle, die unmißverständlich beweist, daß Jesu Hände mit zwei Nägeln angeschlagen wurden. Dort sagt Thomas nach Jesu Auferstehung:
„Wenn ich nicht in seinen Händen die Male der Nägel (Plural!) sehe und meinen Finger in die Male der Nägel lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich es nicht glauben.“
(so zu lesen in Johannes 20:25; diese Worte sprach Thomas, der nicht glauben konnte, daß Jesus von den Toten auferstanden war.)
Die logische Schlußfolgerung daraus ist, daß Jesus mit ausgebreiteten Armen an einem wirklichen Kreuz gestorben ist und nicht an einem Marterpfahl!