Hat der Mensch eine unsterbliche Seele?
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Die Zeugen Jehovas zitieren Hesekiel 18:4 aus ihrer Neuen-Welt-Übersetzung: „Die Seele die sündigt, sie selbst wird sterben.“ und rechtfertigen damit ihre Auffassung, daß es kein Weiterleben nach dem Tode gibt. Sie berufen sich auch auf Kohelet 9:5,10 „Die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben müssen. Was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt...“
Bibelauslegung
Es gibt hierbei aber zwei Probleme. Erstens bedienen sich die Zeugen Jehovas in ihrer Bibelauslegung der sogenannten „Rösselsprungmethode“, d.h. sie betrachten alle Teile der Bibel gleichwertig, egal ob Altes oder Neues Testament und springen dabei sozusagen wie ein Pferd von einer Textstelle zur anderen. Zum anderen entnehmen sie wie aus einem Baukasten einzelne Passagen, um diese x-beliebig zusammenzustellen.
Dabei lassen sie völlig die Heilsökonomie der Bibel außer Acht, d.h., daß die Bibel im Verlauf ihrer Verfassung fortschreitend Wahrheiten über Gott offenbart, z.B. von der Prophezeiung zur Erfüllung, vom alten Bund zum neuen Bund, von den Opfergaben der Israeliten zum Opfer Jesu Christi am Kreuz.
Um aber die Frage zu beantworten, ob der Mensch eine unsterbliche Seele hat, ob es also ein Weiterleben nach dem Tod gibt, muß man untersuchen, welche Meinung Jesus Christus zu dieser Frage hatte. Durch ihn werden viele Texte aus dem Alten Testament erst richtig verständlich.
Glaubte Jesus an die unsterbliche Seele?
In Lukas 16:19-31 schildert Jesus sehr plastisch, daß es nach dem Tod ein Weiterleben in der Ewigkeit gibt:
„Es war einmal ein reicher Mann, der immer die teuerste Kleidung trug und Tag für Tag im Luxus lebte. Vor seinem Haustor lag ein Armer, der hieß Lazarus. Sein Körper war ganz mit Geschwüren bedeckt. Er wartete darauf, daß von den Mahlzeiten des Reichen ein paar kümmerliche Reste für ihn abfielen. Er konnte sich nicht einmal gegen die Hunde wehren, die seine Wunden beleckten. Der Arme starb, und die Engel trugen ihn an den Ort, wo das ewige Freudenmahl gefeiert wird; dort erhielt er den Ehrenplatz an der Seite Abrahams. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Totenwelt litt er große Qualen. Als er aufblickte, sah er in weiter Ferne Abraham, und Lazarus auf dem Platz neben ihm. Da rief er laut: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir! Schick mir doch Lazarus! Er soll seine Fingerspitze ins Wasser tauchen und meine Zunge ein wenig kühlen denn das Feuer hier brennt entsetzlich. Aber Abraham sagte: Mein Sohn, denk daran, daß du schon zu Lebzeiten das dir zugemessene Glück erhalten hast, Lazarus aber nur Unglück. Dafür kann er sich nun hier freuen, während du Qualen leidest. Außerdem liegt zwischen uns und euch ein riesiger Graben. Selbst wenn jemand wollte, könnte er nicht zu euch kommen, genauso wie keiner von dort zu uns gelangen kann. Da bat der reiche Mann: Vater Abraham, dann schick Lazarus doch wenigstens in mein Elternhaus. Ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warmen, damit sie nicht auch an diesen schrecklichen Ort kommen! Doch Abraham sagte: Deine Brüder haben das Gesetz Moses und die Weisungen der Propheten. Sie brauchen nur darauf zu hören. Der Reiche erwiderte: Vater Abraham, das genügt nicht! Aber wenn einer von den Toten zu ihnen käme, dann würden sie ihr Leben ändern. Abraham sagte: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, dann lassen sie sich auch nicht überzeugen, wenn jeand vom Tod aufersteht.“